Mittwoch, 19. März 2014

Testbericht Bosch GHO 18 V-LI Professional



In meinem Testbericht zum Bosch Akkuhobel GHO 18V-LI gehe ich auf die Ausstattung, Leistung und Handhabung ein.





Erster Eindruck:
+ geringes Maschinengewicht
+ Entriegelung des Schalters für Rechts- und Linkshänder geeignet
+ Sanftanlauf und Motorbremse
+ Spanauswurf einstellbar Rechts oder Links
+ Akkuanzeige am Akku über LED
+ Montageschlüssel ist sicher in der Maschine unter dem Akku untergebracht

- keine Zubehörübersicht im Deckel der L-Boxx
- kein Parallelanschlag und Staubfangsack im Lieferumfang
- in der L-Boxx viele Unterteilungen für Zubehör aber kein Platz für Bedienungsanleitung
- Parkschuh fehlt (trotz Schnellstop kann das Messer am Werkstück spuren hinterlassen


Der Lieferumfang:
Der Hobel wird in der L-Boxx 238 samt 2 Akkus mit 3,0 AH und Ladegerät (1860 CV) geliefert.
Aus meiner Sicht hätte zum Lieferumfang dringend noch ein Parallelanschlag gehören müssen. So kann man bei breiten Hölzern leichter "auf der Bahn bleiben" und auch zum falzen ist er notwendig. Bei den netzgebundenen Geräten von Bosch ist der Parallelanschlag wohl immer dabei.

Meine Anwendungstests:

Ich habe den GHO 18 V-LI jetzt einige Tage im Einsatz gehabt und in Situationen eingesetzt, deren Arbeiten ich sonst anders gelöst habe. Durch den Akkubetrieb bekommt man ein völlig neues Gefühl einen Elektrohobel zu benutzen, ein Gefühl der Freiheit.

Ich hatte das Gerät bei verschiedenen Anpassungsarbeiten im Einsatz. So habe ich z.B. die Verblendung eines Türrahmens oder der Fenster an einem Gartenhaus gefertigt. Dort wurde die Kante an Fi/Ta Glattkantbrettern bearbeitet. Besonders praktisch finde ich, das man drei verschieden grosse V-Nuten zur Auswahl hat um eine Fase herzustellen.
Auch bei der Beplankung der Aussenwände konnte ich den Hobel gut gebrauchen!
Der Hobel ist trotz grossem Akku sehr ausgewogen und liegt auch dank Softgrip gut in der Hand.
Bei allen Arbeiten fiel das Ergebnis höchst zufriedenstellend aus.

Da sich der Hobel bei meinen nötigen Arbeiten zuvor aber nichtmal ansatzweise anstrengen musste, wollte ich noch weiter gehen und gucken was wirklich in diesem neuen Akkuhobel steckt und habe ihn gegen meinen netzgebundenen Hobel antreten lassen. Leider steht mir zum Vergleich nur ein PHO 25-82 zur Verfügung. Natürlich habe ich bei dem PHO einen neuen Satz Messer drauf gemacht.
Der PHO hat 13000 u/min bei 750 W und der neue Bosch GHO 18 V-LI dreht mit 14000 Umdrehungen.
Ich habe mir 2 KVH Balken mit den Dimensionen 6x8x100 abgelängt und losgehobelt. Zuvor habe ich einen vollen Akku eingelegt um zu sehen wie weit man kommt.
Beim ersten Durchgang habe ich bei beiden Maschinen die Spantiefe auf einen halben Millimeter gestellt und bin mit gleicher Geschwindigkeit über das Holz gefahren um zu sehen wie die qualitativen Ergebnisse/Unterschiede sind. Es waren so gut wie keine Unterschiede zu erkennen. Beide Oberflächen waren sehr sauber.
Danach bin ich mit maximaler Hobeltiefe über die 6cm breiten Fläche des Kantholzes gerutscht und da habe ich gemerkt das der Hobel zwar gut durchkommt und auch das Hobelbild sehr sauber ist aber viel grösser hätte die mögliche Abnahme auch nicht sein dürfen.
Stellt man den Einstellknauf auf 0, so ist die Spanabnahme so gering, das gerade ein Hauch abgenommen wird. Da haben die Entwickler gut abgestimmt!
Dann habe ich mir gedacht, Fichte hobeln kann ja jeder und habe ein 6x6cm grosses Eiche Kantholz aus dem Regal gezogen. Wenn man die Geschwindigkeit anpasst, sind auch da die Ergebnisse sehr gut. Man sieht nur minimale Hobelspuren die dann leicht wegzuschleifen sind!

Ich habe noch unzählige Male mit verschiedenen Hobeltiefen über beide Hölzer gehobelt und wollte sehen wann der Akku endlich aufgibt aber als der Berg der Hobelspäne so hoch war das meine Mülltonne in der Werkstatt überzuquillen drohte, habe ich aufgegeben. Ich habe gut 30 min. und rund 4cm x 1m gehobelt und der Akku hatte noch ein Lämpchen.
Ich denke dies ist ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Was mir noch ein bisschen gefehlt hat ist er Parkschuh. Auch wenn die Hobelwelle sehr schnell zum stehen kommt, besteht beim abstellen trotzdem die Gefahr das das Werkstück oder auch das Messer beschädigt wird.

Fazit:
Der Hobel eignet sich sowohl für Anpassungsarbeiten als auch dafür mal einen Balken zu glätten. Der Bosch GHO 18 V-LI ist sehr gut abgestimmt und man erreicht bei allen Einstellungen gute Ergebnisse. Bei meinen Anwendungen hat der Akku lange genug durchgehalten.
Ich würde für das Gerät eine klare Kaufempfehlung aussprechen, jedoch sollte dem Lieferumfang zumindest noch der Parallelanschlag hinzugefügt werden. 15,- Euro mehr im Kaufpreis sollten auch dann zu verkraften sein!






Der Hebel mit dem Pfeil (dieser könnte durchaus rot markiert sein) kann umgelegt werden um die Seite des Spanauswurfes zu bestimmen. (Bild unten)




Der Akku wird beim Laden bei dem Ladegerät AL 1860 CV bei Bedarf gekühlt. Im unteren Bild sind die Luftdurchlässe am Akku und Ladegerät gut zu erkennen. Ist der Akku vollständig geladen, ertönt bei diesem Ladegerät ein Signalton.



Der Inbusschlüssel zum Messerwechsel ist im Akkufach untergebracht und ist dort gut gegen unbeabsichtigtes verlieren gesichert.



Auf den folgenden Bildern ist der optional erhältliche Paralellanschlag zu sehen. Dieser kann im Winkel verstellt werden und ermöglicht winkelgenaues arbeiten.












Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Bosch da ich den GHO 18 V-LI testen durfte.
Offen gebliebene Fragen können gerne über die Kommentarfunktion an mich gestellt werden. Auch über positives Feedback freue ich mich sehr!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen